Unsere Kirchen

Zu unserer Kirchgemeinde gehören zwei Kirchen: in Niederwürschnitz die St.Johannes-Kirche und die in Niederlugau gelegene Kreuzkirche. Beide Kirchen werden hier kurz vorgestellt.      
   
St.Johannes-Kirche      
   
Niederwürschnitz war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nach Stollberg eingepfarrt. Im Ort gab es weder eine Kirche noch einen Friedhof.

Am 1. Juli 1902 wurde Niederwürschnitz eine eigenständige Kirchgemeinde. Die Planungen für den Bau einer Kirche hatten schon begonnen.
     
   
Am 21. Juni 1903 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt. Am 26. September 1904 wurde die Niederwürschnitzer Kirche als "Johanneskirche" geweiht. Sie wurde nach dem Evangelisten Johannes benannt.    
   
In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges erhielt auch die Kirche schwere Treffer. Das Pfarrhaus wurde zerstört.      
   
Nach den Wiederaufbauarbeiten wurde die Kirche in mehreren großen Etappen saniert. Heute erstrahlt sie wieder im ursprünglichen Glanz.    
   
Kreuzkirche      
   
Die Lugauer Kreuzkirche an der Schulstraße steht abseits des heutigen Stadtzentrums. Doch noch vor 150 Jahren war hier die Mitte des damaligen kleinen Bauerndorfes Lugau.    
   
1842 wurde ein aus dem Mittelalter stammender Vorgängerbau abgerissen. Das neuerrichtete Gotteshaus wurde im Oktober 1843 eingeweiht.    
   
Wenige Monate nach Einweihung der Kirche wurden im heutigen Neuoelsnitz abbauwürdige Steinkohlenvorkommen entdeckt. Das war die Geburtsstunde des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers. Innerhalb weniger Jahrzehnte verwandelte sich das kleine Bauerndorf Lugau in eine Bergbaugemeinde. Bis zur Jahrhundertwende wuchs die Bevölkerung nahezu um das zwanzigfache.    
   
Auch die Kirche musste dadurch mehrfach vergrößert werden. 1883 wurden zunächst das Kirchenschiff nach Osten verlängert und der Altarraum angebaut. 1906 erhielt die Kirche eine Vorhalle und vier Treppentürme. Außerdem wurde ein neuer, zunächst als Provisorium gedachter Dachreiter aufgesetzt. Nach einer Renovierung Anfang der fünfziger Jahre wurde die Kirche in den neunziger Jahren gründlich saniert.    
   
Das Innere der Kirche ist geprägt durch die neoromanische Gestaltung des Raumes aus dem Jahre 1906. Gestühl, Empore, Kassettendecke, Orgelprospekt, Lesepult und die (schon ältere) Kanzel bestehen aus dunkel gebeiztem Holz. Zusammen mit der neuen, in warmen Farbtönen gehaltenen Ausmalung ergibt sich ein sehr harmonischer Eindruck.    
   
Im Mittelpunkt des Altarraumes steht das Kruzifix aus den Händen des bekannten Zwickauer Bildschnitzers Peter Breuer (1502). 1906 entstand die Figur Johannes des Täufers, der auf den Gekreuzigten weist: Sehet das Lamm Gottes. Die Fenster des Altarraumes (1883/1906) zeigen in der Mitte den auferstandenen Christus und neben ihm die Reformatoren Martin Luther (rechts) und Philipp Melanchthon (links).    
   
Vermutlich aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt eine Schmerzensgruppe, die links am Triumphbogen angebracht ist. In einer Seitenkapelle befindet sich heute das Altarbild von 1906, das Jesus mit zwei Jüngern in Emmaus zeigt. Die Kanzel mit den vier Evangelisten und Christus (1883) wurde 1906 durch einen geschnitzten Bergmann als Kanzelträger ergänzt. Es ist ein Werk des erzgebirgischen Holzschnitzers Ernst Kaltofen. Das Relief am Lesepult mit dem Gleichnis vom vierfachen Acker fertigte ein Schnitzer aus Oberammergau an.    
   
Von ihm stammt auch ein Holzrelief über dem Spieltisch der Orgel. Es zeigt Martin Luther im Kreise seiner Familie als Vater des evangelischen Kirchenliedes. Die pneumatische Orgel von 1906 ist ein Werk der Firma Ladegast aus Weißenfels. Sie wurde in den Jahren 2006 / 2007 vollständig erneuert und hat heute wieder den ursprünglichen Klang.    
   
Eine schlichte Gedenktafel hinter dem Lesepult erinnert an alle, die aus Gehorsam zu Gott und aus Liebe zum Menschen unter Gewaltherrschaft ihr Leben geopfert haben.    
   
Durch umfangreiche, vom Freistaat Sachsen, vom Bund und von der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens geförderte Baumaßnahmen konnte die Bausubstanz der Kirche seit 1992. Doch noch warten die undichten Fenster und der schadhafte Außenputz auf die dringend notwendige Erneuerung.    
   
Neben der Kirche steht der noch aus dem Mittelalter stammende "Alte Glockenturm", der Teil einer dörflichen Befestigungsanlage war. Im Alten Glockenturm - Lugaus bekanntestem Wahrzeichen - hängen seit dem Sommer 1999 wieder die beiden Glocken, die 500 bzw. 700 Jahre alt sind. Sie sind die ältesten Zeugen aus Lugaus Vergangenheit. Sie läuten vor allem bei Trauungen, Taufen und Einsegnungen. Der Alte Glockenturm und die beiden Glocken wurden 1999 gründlich instandgesetzt; sie künden gemeinsam von Lugaus achthundertjähriger Geschichte.